Mittwoch, 13. August 2014

Sigma HSM ART 1.4/35 - Bokeh und Schärfemonster

Zugegeben, eine 35mm Festbrennweite ist nicht das Standard Objektiv eines Naturfotografen. Doch hat man sie erstmal, so ergeben sich immer neue Einsatzgebiete. Man verwendet das Objektiv, alleine aufgrund der unglaublichen Freistellung und des genialen Bokehs immer öfter. So war es zumindest bei uns. Warum dieses Objektiv eine wirkliche Bereicherung für den Fotorucksack ist, möchten wir gerne im Folgenden erläutern. 

Erster Kontakt
Sigma veröffentlich eine neue Produktreihe - ART genannt. Erstes Objektiv dieser Serie war ein 35er Objektiv, Blende 1,4. Dies ist keine Nachricht die Naturfotografen spontan Champagner einschänken lässt, wenn dies überhaupt möglich ist. Denn dafür müsste Sigma wohl ein geniales Supertele... ach lassen wir das! :)
Kevin war es, der kurz nach der Veröffentlichung des neuen Sigma ART Objektivs und den ersten positiven Tests das Objektiv besaß und Hermann begeistert davon erzählte. Nach anfänglicher Skepsis und den ersten Tests war auch bei ihm jeder Zweifel verflogen. Hier nach ist nicht nur für viele Testlabore, sondern auch für uns beide klar: das Sigma Objektiv gehört zu den schärfsten und was optische Leistung betrifft, zu den besten Objektiven auf den Markt und ließ in der Brennweitenklasse sowohl Premium Hersteller wie Nikon und Canon, wie auch Carl Zeiss zurück. 

Qualität
Der gute Qualitätseindruck stellt sich bereits bei ersten Anfassen des Objektivs ein. Ein gutes Stück Glas wie man so schön sagt liegt satt in der Hand. Das Objektiv ist weder ein Platz- noch ein Gewichtshighlight. Es ist kräftig, schwer und wahnsinnig gut verarbeitet. Ein sehr schönes Oberflächenfinish, sowie ein Gehäuse aus Metall sorgen für ein rundum gutes Gefühl beim Anschauen des Objektivs. Der Eindruck dass bei der Herstellung nicht gespart wurde, bekräftigt sich bei den ersten Tests. Kontrastverhalten, Schärfe, Vermeidung von Gegenlichtflares - alles hervorragend. Das Bajonett ist aus massivem Messing gemacht, der Schalter zum Umlegen von AF und M ist aus Metall, ebenso der Objektivkorpus. Die Gegenlichtblende ist aus stabilem Kunststoff. Der AF-Ring ist angenehm gummiert und liefert beim Drehen keinerlei Spiel. Überdies hat er eine angenehme Schwergängigkeit, wie man es von alten manuellen Objektiven kennt. Dies ist ein Vorteil, gerade beim manuellen Eingreifen und Scharfstellen. 


Einsatzmöglichkeiten
Die Einsatzmöglichkeiten des Objektivs sind für uns sehr vielfältig. Neben gelegentlichen People- und Hochzeitsshootings nutzen wir das Objektiv auch sehr oft in der Natur. Dabei bieten sich beispielsweise Pflanzen hervorragend an. Durch die geringe Blende kann man selbst bei nur 35 mm Brennweite einen angenehmen Schärfeverlauf schaffen. Gleichzeitig erlaubt die geringe Brennweite eine Einbeziehung des Hintergrundes, welche bei einem Makroobjektiv oder lichtstarken Teleobjektiv nicht gegeben wären. 

   

Auch in der Tierfotografie lässt sich das Objektiv einsetzen. Besonders dann, wenn es darum geht das Objekt in einen Kontext der Umgebung zu setzen. Wenn man beispielsweise einen Eisvogel nicht einfach freigestellt auf einen Ast fotografieren möchte, sondern eventuell mit Stativ und Fernauslöser eingebettet in seine Lebensumgebung den Fluss, bietet diese Brennweiten/Blende Kombination beste Voraussetzung. Ähnliches gilt für den unten gezeigten Igel. Der Igel steht im Mittelpunkt und wird als Fotoobjekt deutlich erkannt, gleichzeitig wird der Kontext zum Osterfeuer gesetzt. Man kann dieses Objektiv wirklich prima nutzen um in Bildern "Geschichten zu erzählen".


Fazit
Das Objektiv ist keines, welches man sich einfach so kauft. Es ist eine teure Anschaffung, aber eben auch eine sehr gute und damit besser als wertig zu beschreiben. Es braucht eine Übung um es in der Naturfotografie richtig einzusetzen, aber dann gelingen mit diesem Fotos, welche mit einem Weitwinkelzoom, welche diese Brennweite sonst abdecken würde, nicht zu machen wären. Wir empfehlen dieses Objektiv jedem weiter und es zählt zu einem unserer "Immer-dabei" Objektive. Sigma hat mit diesem Objektiv weltweite Beachtung und Begeisterung hervorgerufen und das ist mit einem 35er Objektiv sicherlich schwieriger als mit einem riesigen Supertele. Somit alle Daumen hoch! Was natürlich nicht heißt, dass wir nicht gespannt sind auf die Photokina, vielleicht hat der eine oder anderen Hersteller ja doch eine Überraschung dabei...


Donnerstag, 19. Juni 2014

Die letzten Tage in Feldberg

Mein Feldberg-Praktikum nähert sich nun schon dem Ende. Wahnsinn, wie die Zeit verfliegen kann. Aktuell habe ich sehr viel zu tun. Fotografen von A nach B fahren, einweisen, wieder abholen etc.. So bleibt leider nicht ganz so viel Zeit um selber zu fotografieren, während um mich rum die Natur förmlich explodiert und sich eine Fülle an Motiven bietet.



Trotzdem nutze ich jede freie Minute um mir die Kamera zu schnappen und los zu ziehen. Besonders in den späten Abendstunden, wenn die Sonne schon untergegangen ist, streife ich durch die Gegend.
Auf jedem dieser Ausflüge, bin ich aufs neue begeistert, wie vielfältig und schön die Natur hier in der Feldberger Seenlandschaft ist. Und das nach nun schon 2 einhalb Monaten Aufenthalt. 



Wenn ich nächste Woche die Heimreise antreten muss, kann ich mit Sicherheit sagen, dass das nicht der letzte Besuch hier im wilden Osten Deutschlands war.


Donnerstag, 29. Mai 2014

Neues von der Ostfront - Natur im Aufwind

Es ist Wahnsinn! Hier in Mecklenburg raubt einem die Natur fast den Atem. Die Natur in der Feldberger Seenlandschaft ist so vielfältig, dass man sich über Monate in Projekten vertiefen kann, ohne dass einem langweilig wird. Ich will an dieser Stelle nicht viele Worte verlieren, sondern lieber Bilder sprechen lassen...


  


 




 



  

Samstag, 17. Mai 2014

Invisible - Tarnung und Camouflage in der Naturfotografie

"Wie bist du denn so nah an ein Wildtier herangekommen?" oder "So nah hab ich diesen Vogel noch nie gesehen, warum haben die bei dir keine Angst?" - diese oder ähnliche Fragen, hören wir als Naturfotografen immer wieder. Dabei ist Nähe zu Wildtieren kein Zauberwerk! Natürlich gibt es bestimmte Regeln und Taktiken, welche man kennen und an die man sich halten muss. Um diese soll es im folgenden Artikel gehen.



Tarnzelt
Der Markt für Tarnungs- und Camouflageartikel ist reich gespickt mit verschiedensten Produkten. Da gibt es zum einen das klassische Tarnzelt, welches wohl eines der ältesten und bewährtesten Möglichkeiten ist, um sich unsichtbar, "unvisible" zu machen. Dieses kann man mit einem Unterbau auch als schwimmendes Tarnzelt nutzen.

Vorteile:
Ein Vorteil im Tarnzelt ist das freie Bewegen innerhalb des Zeltes. Bewegungen innerhalb des Zeltes bleiben durch die starre Seitenwände und die zumeist dunkle Innenseite des Zeltes im Dunkel.

Nachteil:
Es hat jedoch oft den Nachteil zu sperrig, zu groß und zu auffällig zu sein. Zudem versagt es bei nicht ebenem Untergrund und bodennahen Perspektiven.

 

Überwürfe:
Eine andere Möglichkeit sich zu verstecken sind Tarnüberwürfe. Hier sind zum einen der Kwik Camo zu nennen, welcher einfach über den Fotografen geworfen wird oder auch Tarnhüte, welche wie im Namen zu erkennen aus einem Hut und einem daran genähten Überwurf bestehen. Zuletzt zähle ich hierzu auch Tarnplanen, seien es alte NVA Planen oder Bundeswehr Stoffe.


Vorteile:
Überwürfe sind fast überall einzusetzen, sie sind zumeist leicht und handlich. Außerdem kann man diese bei jedem Untergrund benutzen und ist nicht auf viel Platz angewiesen. Man kann sie zuletzt auch zweckentfremden und als Sichtschutz aufhängen ohne direkt darunter sitzen zu müssen

Nachteile:
Diese Tarnvarianten sind relativ windanfällig. Dazu muss man sich relativ vorsichtig unten ihnen bewegen, da jede Bewegung direkt auf die Tarnung übertragen wird. Man ist daher sehr eingeschränkt.



Tarnkleidung
Die einfachste Möglichkeit sich zu Tarnen bleibt sicherlich die Kleidung, welche man anzieht. Von der einfachen schlichten unifarbenen dunklen Kleidung bis zum Hightech Ergotarn Anzug bietet die Tarnindustrie die verschiedensten Möglichkeiten sich hier zu bedienen. Ich habe mich hier für zwei Lösungen entschieden. Eine Tarnhose und Tarnjacke sind gut um in der Natur unterwegs zu sein. Zum Ansitzen jedoch nutze ich einen Ghillie Suit, einen Snipertarnanzug, der auch in Armeekreisen benutzt wird. Man sollte sich damit zwar nicht im nächsten Supermarkt zeigen, davon einmal ab ist der Anzug aber Spitze!

Vorteile:
Uneingeschränkte Bewegungsfreiheit bei großer Vorsicht. Zudem braucht man keine zusätzlichen Tarndinge. Zumeist wird diese Tarnungsform jedoch nicht ausreichen

Nachteile:
Jede Bewegung wird als solche registriert. Zudem ist dabei drauf zu achten, gerade Gesicht und Hände ebenfalls zu tarnen. Hierbei ist auch der Wind zu berücksichtigen, gegen welchen man sich immer Wildtieren nähern sollte damit sie einen nicht wahrnehmen.








Auto
Das Auto ist sicherlich eines der seltsamsten Tarnmöglichkeiten für einen Naturfotografen. Es passt nicht recht ins Bild eines echten Naturburschen. Dennoch ist auch das Auto sehr praktisch in manchen Gebieten und ist auch weitaus naturverträglicher als man zuerst denkt.

Vorteile:
Man ist mobil und kann die Perspektive wechseln. Zudem hat man die Möglichkeit an einem Tag auch mehrere Arten zu fotografieren.

Nachteile: 
Ohne zusätzliche Tarnung erkennen Tiere einen recht schnell, sodass auch hier der Fluchtreflex greift. Man sollte daher immer das Auto mit weiteren Tarnmöglichkeiten kombinieren...

Dienstag, 29. April 2014

Wild Wild East - Das Naturwunder Deutschlands

Florida, Camargue, Norwegen, Yellowstone - die Orte für gute Naturfotografien liegen zumeist weit weg. Es gehört nicht nur eine gute Portion Organisation, sondern auch eine Stange Geld um zu diesen Orten zu kommen. 

Doch es gibt Alternativen und diese liegen oft näher als man denkt. Einer dieser Punkte, an welchem man Fotos erstellen kann, welche absolut außergewöhnlich sind, ist der Nordosten Deutschlands. Besser gesagt: die mecklenburgische Seenplatte. Tausende von kleinen Seen und Mooren haben dort ein Refugium seltener Pflanzen und Tiere geschaffen. Ein ganz besonderes Gebiet ist dabei der Naturpark Feldberger Seenlandschaft, welcher östlich vom Müritz Nationalpark liegt. Dort zwischen den Spuren der letzten Eiszeit hat es uns, Hermann und Kevin, schon oft hingezogen. Kevin verbrachte dort 12 Monate Freiwilligendienst als Naturwächter und kennt die Gegend wie seine Westentasche. Hermann verbringt im Moment 3 Monate in der Gegend und hilft einem guten Freund von uns bei der Umsetzung seiner Ideen:

 

Die Gegend hat nämlich nicht nur den unschätzbaren Vorteil einer einzigartigen Natur, sondern auch einen professionellen Anbieter von Fotoexkursionen und naturkundlichen Führungen: die Firma Ranger Tours, betrieben von Fred Bollmann. Dieser setzt sich seit Jahren für die Natur ein, war früher selber in der Forst beschäftigt und danach ebenfalls Ranger im Naturpark. Noch heute gehört neben seiner Arbeit für Fotografen die Kartierungsarbeit, das Aufbauen von Horsthilfen und die Schaffung neuer Brutplätze zu seinen Hauptaufgaben. 

Hermann hat sich vorgenommen dort ein 3 monatiges Projekt zu verbringen. Erste Ergebnisse aus diesem Projekt seht ihr hier. Seid gespannt auf mehr!